Der Aufstieg und Fall des Fahrradmarktes in China spiegelte die Entwicklung der nationalen Leichtindustrie Chinas wider. In den letzten Jahrzehnten erlebte die Fahrradbranche zahlreiche Veränderungen. Das Aufkommen neuer Geschäftsmodelle und Konzepte wie Leihfahrräder und Guochao (Fahrradverleihsysteme) bot chinesischen Fahrradmarken neue Aufstiegschancen. Nach einer langen Phase des Abschwungs befindet sich die chinesische Fahrradindustrie wieder auf Wachstumskurs.

Von Januar bis Juni 2021 betrugen die Betriebseinnahmen der Fahrradhersteller ab einer bestimmten Größe im Land 104,46 Milliarden Yuan, ein Anstieg von mehr als 40 % gegenüber dem Vorjahr, und der Gesamtgewinn stieg um mehr als 40 % gegenüber dem Vorjahr auf über 4 Milliarden Yuan.

Aufgrund der Epidemie bevorzugen Ausländer gegenüber öffentlichen Verkehrsmitteln sichere, umweltfreundliche und leichte Fahrräder.

In diesem Zusammenhang erreichte der Fahrradexport, aufbauend auf dem anhaltenden Boom des Vorjahres, einen neuen Höchststand. Laut Angaben auf der offiziellen Website des Chinesischen Fahrradverbandes exportierte China im ersten Halbjahr dieses Jahres 35,536 Millionen Fahrräder, ein Anstieg von 51,5 % gegenüber dem Vorjahr.

Trotz der Epidemie stiegen die Gesamtumsätze der Fahrradindustrie weiter an.

Laut dem „21st Century Business Herald“ verdoppelten sich im Mai letzten Jahres die Bestellungen für eine Fahrradmarke auf AliExpress gegenüber dem Vormonat. „Die Arbeiter machen täglich bis 12 Uhr Überstunden, und die Bestellungen drängen sich noch einen Monat später auf.“ Der Betriebsleiter erklärte in einem Interview, dass das Unternehmen außerdem eine Notfallrekrutierung gestartet habe und plane, die Fabrik und die Belegschaft zu verdoppeln.

Die Fahrt auf See hat sich zum Hauptschlachtfeld für einheimische Fahrräder entwickelt, um an Popularität zu gewinnen.

Statistiken zeigen, dass die Fahrradverkäufe in Spanien im Mai 2020 im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2019 um das 22-fache gestiegen sind. Obwohl Italien und Großbritannien nicht ganz so extrem wie Spanien verzeichneten, konnten auch sie ein Wachstum um etwa das Vierfache erzielen.

Als einer der größten Fahrradexporteure produziert China fast 70 % aller Fahrräder weltweit. Laut Daten des chinesischen Fahrradverbands aus dem Jahr 2019 überstiegen die kumulierten Exporte von Fahrrädern, Elektrofahrrädern und E-Bikes aus China die Marke von einer Milliarde Einheiten.

Der Ausbruch der Epidemie hat nicht nur das Gesundheitsbewusstsein der Menschen geschärft, sondern auch ihr Mobilitätsverhalten beeinflusst. Besonders in europäischen und amerikanischen Ländern, wo Radfahren ohnehin beliebt ist, sind Fahrräder – günstig, praktisch und gleichzeitig eine Möglichkeit zur sportlichen Betätigung – nach dem Verzicht auf öffentliche Verkehrsmittel natürlich die erste Wahl.

Darüber hinaus haben die großzügigen Subventionen der Regierungen verschiedener Länder den Verkaufserfolg dieser Fahrradgeneration zusätzlich angekurbelt.

In Frankreich werden Geschäftsinhaber durch staatliche Fördermittel unterstützt, und Arbeitnehmer, die mit dem Fahrrad pendeln, erhalten einen Fahrtkostenzuschuss von 400 Euro pro Person; in Italien gewährt die Regierung Fahrradkäufern einen hohen Zuschuss von 60 % des Fahrradpreises, mit einem Höchstbetrag von 500 Euro; in Großbritannien hat die Regierung angekündigt, 2 Milliarden Pfund für die Schaffung von Rad- und Fußwegen bereitzustellen.

Gleichzeitig haben ausländische Fabriken aufgrund der Auswirkungen der Epidemie zahlreiche Aufträge nach China verlagert, da sie diese nicht regulär vergeben konnten. Dank der geordneten Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie in China haben die meisten Fabriken ihre Arbeit und Produktion inzwischen wieder aufgenommen.

 


Veröffentlichungsdatum: 28. November 2022