Manchmal sind die besten Lösungen die einfachsten.
Wir alle kennen das: Technologische Innovationen bei Fahrrädern machen sie komplizierter und verteuern sie. Doch es gibt auch gute Ideen, die Fahrräder einfacher und gleichzeitig besser machen.
Statt komplizierter Fahrwerksysteme oder zusätzlicher Elektronik im Auto ist es manchmal am besten, sich zu fragen: Sind diese Dinge wirklich notwendig? Generell bedeutet Einfachheit, dass Ihr Auto leichter, leiser, günstiger im Unterhalt, wartungsfreundlicher und zuverlässiger wird. Darüber hinaus wirkt ein schlichteres Gesamtkonzept eleganter und anspruchsvoller.
Hier sind ein paar Beispiele, bei denen weniger mehr ist.
1. Flexibler Wendepunkt
Heutzutage sind fast alle XC-Bikes mit einem „Flex-Pivot“ anstelle eines herkömmlichen Kugelgelenks ausgestattet. Das hat natürlich seinen Grund: Die elastischen Pivots sind leichter, reduzieren die Anzahl der Kleinteile (Lager, Schrauben, Unterlegscheiben usw.) und vereinfachen die Wartung des gesamten Systems.
Die Lager müssen zwar nur einmal pro Saison ausgetauscht werden, die Flexgelenke sind jedoch so konstruiert, dass sie die gesamte Lebensdauer des Rahmens halten. Die Drehpunkte am Hinterbau des Rahmens, egal ob an den Sitz- oder Kettenstreben, sind oft sichtbar, da sie sich bei Federungsbewegungen mehrfach drehen.
Das bedeutet, dass es zu schnellerem Lagerverschleiß und höheren Verlusten kommen kann, da die Kraft stets auf denselben Punkt wirkt. Flexible Rahmenelemente aus Carbon, Stahl oder auch Aluminium können diesen geringen Bewegungsspielraum gut und ermüdungsfrei aufnehmen. Sie werden heutzutage am häufigsten bei Fahrrädern mit einem Federweg von 120 mm oder weniger eingesetzt.
2. Das Einzeldiskettensystem ist für alle geeignet
Für ambitionierte Mountainbiker liegen die Vorteile eines 1-fach-Kettenblattsystems so auf der Hand, dass sie fast selbstverständlich sind. Es macht Umwerfer, Schaltzüge und (oftmals vorhandene) Kettenführungen überflüssig und bietet dennoch eine Vielzahl an Übersetzungsverhältnissen. Aber auch für Einsteiger sind die einfachen und bedienerfreundlichen Eigenschaften des 1-fach-Kettenblattsystems deutlich komfortabler. Es ist nicht nur leichter zu montieren und zu warten, sondern erleichtert auch das Fahren, da man sich nur um einen Schalthebel und eine Kassette mit durchgehend hoher Gangabstufung kümmern muss.
Obwohl es sich nicht um brandneue Technologie handelt, kann man mittlerweile Einsteiger-Mountainbikes mit ordentlichen 1-fach-Antrieben kaufen. Das ist besonders für Anfänger im Mountainbike-Sport von Vorteil.
3. Eingelenk-Aufhängungssystem
Der Hauptgrund für die Verwendung der Horst-Link-Konstruktion (die heute gängigste Bauart) im Eingelenkbereich der Radaufhängung liegt darin, den Einfluss der Bremskräfte auf die Anti-Rise-Eigenschaften der Federung zu reduzieren und anzupassen. Dadurch soll die Federung beim Bremsen leichter einrasten können. Tatsächlich ist dieser Effekt aber nicht so entscheidend. Die hohe Anti-Rise-Eigenschaft der Eingelenker trägt sogar dazu bei, die Auswirkungen der Bremskräfte auszugleichen und die Stabilität beim Bremsen zu erhöhen, was meiner Meinung nach einen deutlich spürbaren Unterschied macht.
4. Größerer Hub
Es gibt viele Möglichkeiten, die Federungsleistung zu verbessern: ausgeklügelte Umlenkhebel, teure Stoßdämpfer, Umlenkrollen. Doch nur eine Methode sorgt dafür, dass ein Motorrad Unebenheiten besser abfedert: mehr Federweg.
Mehr Federweg bedeutet nicht zwangsläufig mehr Gewicht, höhere Kosten oder eine komplexere Gesamtkonstruktion, verändert aber grundlegend, wie effizient ein Fahrrad Stöße absorbiert. Nicht jeder wünscht sich ein flacheres Fahrgefühl, doch ein Fahrrad mit langem Federweg lässt sich durch Reduzierung des Negativfederwegs, Blockieren der Federung oder Einbau von Volumenspacern beliebig steif einstellen. Ein Fahrrad mit kurzem Federweg hingegen kann nicht so weich abgestimmt werden, wie man es gerne hätte, da die Federung sonst durchschlagen könnte.
5. Große Scheibe
Größere Bremsscheiben verbessern Bremsleistung, Wärmeableitung und Bremskonstanz, ohne die Komplexität zu erhöhen. Im Vergleich zu 200-mm-Scheiben können 220-mm-Scheiben die Bremsleistung um etwa 10 % steigern und bieten gleichzeitig eine größere Oberfläche zur Wärmeableitung.
Veröffentlichungsdatum: 16. November 2022

