Glaubt man den Trendforschern, werden wir alle bald mit einem E-Bike unterwegs sein. Doch ist ein E-Bike immer die beste Lösung, oder sollte man doch lieber ein normales Fahrrad nehmen? Hier die Argumente der Zweifler.
1. Ihr Zustand
Um Ihre Fitness zu verbessern, müssen Sie etwas dafür tun. Ein normales Fahrrad ist daher immer besser für Ihre Gesundheit als ein E-Bike. Wenn Sie nicht regelmäßig und nicht weit fahren, riskieren Sie, dass sich Ihr Fitnesszustand verschlechtert. Falls Sie von einem normalen Fahrrad auf ein E-Bike umsteigen, sollten Sie einmal pro Woche länger pendeln oder natürlich eine längere Strecke wählen. Um den gleichen Effekt auf Ihre Fitness zu erzielen, müssen Sie 25 % mehr Strecke zurücklegen. Glücklicherweise beobachten wir auch, dass Menschen mit einem E-Bike längere Strecken zurücklegen. Letztendlich kommt es also auf Ihr individuelles Fahrverhalten an. Wenn Sie sich ein E-Bike kaufen, fahren Sie eine Runde mehr.
Gewinner: normales Fahrrad, es sei denn, Sie fahren mehr Rad.
2. Längere Distanz
Mit einem E-Bike lassen sich deutlich längere Strecken zurücklegen. Gerade auf dem Weg zur Arbeit fährt man eher einen Umweg. Ein durchschnittlicher Pendler legt pro Strecke etwa 7,5 km zurück, mit einem E-Bike sind es schon rund 15 km. Natürlich gibt es Ausnahmen, und früher sind wir alle mal 30 Kilometer gegen den Wind gefahren, aber hier haben die E-Bike-Fahrer recht. Ein weiterer Vorteil: Mit einem E-Bike bleiben die Menschen bis ins hohe Alter länger Rad.
Sieger: Elektrofahrrad
3. Preisunterschied
Ein E-Bike ist teuer. Ein normales Fahrrad ist deutlich günstiger. Vergleicht man die Kosten jedoch mit einem Auto, punktet das E-Bike trotzdem.
Sieger: normales Fahrrad
4. Langlebigkeit
Ein Elektrofahrrad hat oft eine kürzere Lebensdauer. Das ist nicht verwunderlich, da es deutlich mehr Teile enthält, die kaputtgehen können. Hält ein E-Bike beispielsweise 5 Jahre und ein herkömmliches Fahrrad 10 Jahre, beträgt der jährliche Wertverlust beim E-Bike 80 Euro, beim herkömmlichen Fahrrad hingegen 400 Euro. Damit sich ein E-Bike rechnet, müsste man etwa 4000 Kilometer pro Jahr fahren. Im Vergleich zu Leasingpreisen ist ein E-Bike etwa viermal so teuer.
Sieger: normales Fahrrad
5. Komfort
Nie wieder verschwitzt ankommen, pfeifend Hügel hinauf, immer mit dem Gefühl von Rückenwind. Wer ein E-Bike besitzt, ist meist sprachlos. Und das ist auch gut so. Der Fahrtwind in den Haaren macht süchtig, und darauf verzichten wir lieber. Kleiner Nachteil: Der Akku muss immer voll geladen sein, sonst muss man etwas kräftiger in die Pedale treten.
Sieger: Elektrofahrrad
6. Diebstahl
Bei einem E-Bike besteht ein höheres Diebstahlrisiko. Das ist aber kein Problem, das nur E-Bikes betrifft, sondern jedes teure Fahrrad. Man stellt sein maßgefertigtes Rennrad ja auch nicht einfach vor dem Supermarkt ab. Außerdem hängt das Diebstahlrisiko stark vom Standort ab. In der Stadt ist das Abstellen von Wertstofffässern genauso verboten wie das Stehlen von Mülltonnen. Schnell wiederfinden? Ein GPS-Tracker kann helfen.
Gewinner: keiner
Für die Zweifler: Probiert es zuerst aus!
Sie sind sich noch nicht sicher, welches Fahrrad Sie kaufen möchten? Dann probieren Sie verschiedene Modelle aus, sowohl mit als auch ohne Unterstützung. Wenn Sie zum ersten Mal mit Tretunterstützung fahren, werden Sie von jedem E-Bike begeistert sein. Testen Sie aber einige Fahrräder unter anspruchsvollen, realistischen Bedingungen. Besuchen Sie ein Testzentrum, vereinbaren Sie einen Termin mit Ihrem Fahrradmechaniker, mieten Sie ein E-Bike für einen Tag oder testen Sie ein E-Bike im Rahmen eines Tauschprogramms für einige Monate.
Veröffentlichungsdatum: 01.08.2022
